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Intercompany-Eliminierungen in der Due Diligence: Konsolidierte Zahlen richtig ermitteln

Intercompany-Eliminierungen in der Due Diligence sind fehleranfaellig und zeitaufwendig. Wie man Eliminierungen ueber komplexe Multi-Entity-Zielunternehmen systematisiert.

Datapack Team

Intercompany-Eliminierungen in der Due Diligence: Konsolidierte Zahlen richtig ermitteln

Intercompany-Transaktionen muessen eliminiert werden, um aussagekraeftige konsolidierte Finanzdaten zu erstellen. Im Kontext der statutarischen Konsolidierung ist dieser Prozess typischerweise durch die Konsolidierungssoftware des Konzerns automatisiert. In der Due Diligence baut das Team die Konsolidierung oft von Grund auf neu auf, was bedeutet, dass Intercompany-Eliminierungen manuell oder halbmanuell durchgefuehrt werden.

Hier treten Fehler auf. Nicht aufgehende Eliminierungen, uebersehene Intercompany-Beziehungen und inkonsistente Behandlung von Margen auf Intercompany-Verkaeufe gehoeren zu den haeufigsten Datenqualitaetsproblemen bei Multi-Entity-Mandaten.

Arten von Intercompany-Transaktionen

Intercompany-Transaktionen in einer typischen Gruppe fallen in mehrere Kategorien, die jeweils eine unterschiedliche Eliminierungsbehandlung erfordern:

Intercompany-Verkaeufe und -Einkaeufe

Gesellschaft A verkauft Waren oder Dienstleistungen an Gesellschaft B innerhalb des Konzerns. Bei der Konsolidierung muessen der Umsatz bei Gesellschaft A und die entsprechenden Kosten bei Gesellschaft B eliminiert werden. Wenn der Verkauf eine Marge enthaelt, muss der nicht realisierte Gewinn in den Bestaenden von Gesellschaft B ebenfalls eliminiert werden.

Beispiele fuer Hauptbuchkonten:

  • Umsatz: Konto 700100 (Intercompany-Umsatz) im Hauptbuch des Verkaeufers
  • Kosten: Konto 600100 (Intercompany-Einkaeufe) im Hauptbuch des Kaeufers
  • Bestandsanpassung: Eliminierung der nicht realisierten Marge im Schlussbestand

Management-Gebuehren und Kostenumlagen

Die Mutter- oder eine Shared-Services-Gesellschaft berechnet Management-Gebuehren an Tochtergesellschaften. Diese erscheinen als Ertrag bei der berechnenden Gesellschaft und als Betriebsaufwand bei der empfangenden Gesellschaft.

Beispiele fuer Hauptbuchkonten:

  • Ertrag: Konto 750000 (Management-Gebuehrenertrag) bei der Muttergesellschaft
  • Aufwand: Konto 621000 (Management-Gebuehren) bei der Tochtergesellschaft

Intercompany-Darlehen und Zinsen

Finanztransaktionen zwischen Gesellschaften erzeugen Forderungen, Verbindlichkeiten, Zinsertraege und Zinsaufwendungen, die eliminiert werden muessen.

Beispiele fuer Hauptbuchkonten:

  • Darlehensforderung: Konto 267000 (Intercompany-Darlehensforderung) bei der ausleihenden Gesellschaft
  • Darlehensverbindlichkeit: Konto 168000 (Intercompany-Darlehensverbindlichkeit) bei der aufnehmenden Gesellschaft
  • Zinsertraege/-aufwendungen: Entsprechende Zinskonten bei beiden Gesellschaften

Dividenden

Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften an die Muttergesellschaft erzeugen Ertraege bei der Muttergesellschaft und reduzieren das Eigenkapital bei der Tochtergesellschaft. Sowohl die Ertragserfassung als auch die Eigenkapitalbewegung muessen eliminiert werden.

Haeufige Eliminierungsprobleme in der Due Diligence

Mehrere Probleme erschweren den Eliminierungsprozess regelmaessig:

Nicht aufgehende Intercompany-Positionen. Gesellschaft A erfasst eine Forderung von 1.200 TEUR gegenueber Gesellschaft B, aber Gesellschaft B erfasst eine Verbindlichkeit von 1.150 TEUR gegenueber Gesellschaft A. Die 50 TEUR Differenz muss untersucht und geloest werden, bevor die Eliminierung durchgefuehrt werden kann. Haeufige Ursachen sind Zeitunterschiede bei Monatsendstichtagen, Waehrungsumrechnungsdifferenzen und nicht abgestimmte Abrechnungsstreitigkeiten.

Fehlende Intercompany-Kodierung. Nicht alle Intercompany-Transaktionen sind im Hauptbuch klar gekennzeichnet. Manche Zielunternehmen verwenden dedizierte Intercompany-Kontenbereiche, waehrend andere Standard-Ertrags- und Aufwandskonten mit einer Partnergesellschaftskennung verwenden. In weniger ausgereiften Finanzfunktionen werden Intercompany-Transaktionen moeglicherweise ueberhaupt nicht systematisch kodiert, was eine manuelle Identifizierung erfordert.

Marginneliminierung auf Bestaende. Wenn Gesellschaft A Bestaende mit Aufschlag an Gesellschaft B verkauft, sollten die konsolidierten Abschluesse die urspruenglichen Kosten widerspiegeln, nicht den internen Verrechnungspreis. Die Berechnung der nicht realisierten Marge im Schlussbestand von Gesellschaft B erfordert Kenntnis des Intercompany-Margenprozentsatzes und des Anteils der Intercompany-Einkaeufe, die sich noch im Bestand befinden.

Mehrstufige Intercompany-Ketten. In komplexen Konzernen koennen Intercompany-Transaktionen ueber Zwischengesellschaften fliessen. Gesellschaft A verkauft an Gesellschaft B, die an Gesellschaft C weiterverkauft. Die Eliminierung muss die gesamte Kette erfassen, nicht nur direkte bilaterale Beziehungen.

Praktischer Ansatz fuer Eliminierungen in der Diligence

Ein systematischer Eliminierungsprozess folgt diesen Schritten:

  1. Identifizierung aller Intercompany-Beziehungen durch Pruefung des Kontenplans auf intercompanykodierte Konten und durch Pruefung des Intercompany-Reportings des Zielunternehmens
  2. Extraktion von Intercompany-Salden und -Transaktionen aus der Summen- und Saldenliste jeder Gesellschaft
  3. Abgleich entsprechender Posten ueber Gesellschaften hinweg mit Identifizierung nicht aufgehender Positionen
  4. Untersuchung von Differenzen mit der Finanzabteilung des Zielunternehmens zur Bestimmung des korrekten Eliminierungsbetrags
  5. Durchfuehrung der Eliminierungen nach Typ (Handels-, Finanz-, Eigenkapitaleliminierungen) mit klarer Dokumentation
  6. Validierung, dass die konsolidierten Zahlen nach Eliminierung mit den eigenen Konzernabschluessen des Zielunternehmens abstimmen

Datenanforderungen

Effektive Intercompany-Analyse erfordert:

  • Summen- und Saldenlisten einzelner Gesellschaften mit Intercompany-Kontendetails
  • Die Intercompany-Abstimmungsunterlagen des Zielunternehmens (falls vorhanden)
  • Intercompany-Preispolitiken und Verrechnungspreisdokumentation
  • Bestandsanalyse mit Aufteilung Intercompany-Einkaeufe versus Drittanbieter-Einkaeufe

Wenn diese Daten aus dem ERP-System des Zielunternehmens mit klarer Gesellschafts- und Intercompany-Partneridentifizierung extrahiert werden, ist der Eliminierungsprozess systematisch. Wenn die Intercompany-Kodierung unvollstaendig ist, muss das Team auf manuelle Identifizierung zurueckgreifen, die langsam und fehleranfaellig ist.

Der Effizienzimperativ

Bei einem Multi-Entity-Mandat mit 8 bis 10 Gesellschaften und 36+ Perioden koennen Intercompany-Eliminierungen allein Tage an Analystenzeit beanspruchen. Jede Periode erfordert einen separaten Satz von Eliminierungen, und jede Eliminierung muss ueber Gesellschaften hinweg aufgehen.

Teams, die Eliminierungen als Datenverarbeitungsproblem statt als manuelle Uebung betrachten, reduzieren den investierten Zeitaufwand erheblich. Die Strukturierung gesellschaftsbezogener Daten mit konsistenter Kontenzuordnung und klarer Intercompany-Identifizierung ermoeglicht systematische Eliminierung statt periodenweiser manueller Arbeit.

Das Ziel ist dasselbe wie in jedem anderen Aspekt der Due Diligence-Ausfuehrung: die Zeit fuer Datenverarbeitung minimieren, damit sich das Team auf die analytischen Fragen konzentrieren kann, die die Transaktion tatsaechlich beeinflussen. Wenn Eliminierungen sauber und gut dokumentiert sind, ist die konsolidierte QoE-Analyse schneller aufzubauen, einfacher zu pruefen und zuverlaessiger in ihren Schlussfolgerungen.